Sport- und Energydrinks verzeichnen große Wachstumsraten in der Getränkeindustrie. Oft wird übersehen, dass der übermäßige und unkontrollierte Konsum dieser Getränke auf Grund darin enthaltener Säuren jedoch zu erheblichen Zahnschäden führen kann. Eltern sollten den Getränkekonsum deshalb begleiten und zur erforderlichen Mundhygiene anhalten. Eine intensive Fluoridierung kann vor Säure-Attacken schützen.

Der Trend zu „Functional Food“ (Nahrungsmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen) und „Special Food“ (Lebensmittel mit erweitertem Nutzen) hält im Getränkebereich unvermindert an. So ist z.B. in Westeuropa von 2000 bis 2005 bei Sportdrinks ein Zuwachs von 67,9 % und bei Energydrinks ein Zuwachs um 50,3 % zu verzeichnen gewesen. So genannte „innovative Getränke“ werden weiter deutlich an Bedeutung zunehmen.

„Zwar ist vielen Eltern bekannt, dass Erfrischungsgetränke auf Grund des oft sehr hohen Zuckergehaltes Karies verursachen können. Aber der süße Geschmack täuscht über eine weitere Gefahr hinweg: Diese Getränke enthalten viel Säure, so dass von ihnen ein erhöhtes Risiko für nicht kariesbedingte Zahnschäden ausgeht“, stellt Dr. Carolin Ganß, Universität Gießen fest. „Durch den Einfluss von Säuren können langsam voranschreitende, chronische Verluste der Zahnhartsubstanz, so genannte Erosionen, entstehen. Da diese Substanzverluste meist schmerzlos sind, werden sie häufig erst wahrgenommen, wenn es bereits zu erheblichen Schäden oder Farbveränderungen gekommen ist.“

Mineralverlust bei Zahnhartsubstanz

Stoffe wie Phosphorsäure, Zitronensäure oder Ascorbinsäure werden den Getränken zugefügt, um ihnen einen erfrischenden Charakter zu verleihen und sie zu konservieren. Zahnschmelz besteht zu 95 Gewichtsprozent aus anorganischen Mineralien, die in Säuren leicht löslich sind. Bei Kontakt zwischen Zahnhartsubstanz und Säure gehen daher Kalzium und Phosphat in Lösung, was einen Mineralverlust der Zahnhartsubstanz bedeutet.

Auch die Art, wie Erfrischungsgetränke zu sich genommen werden, spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Erosionen. So sollten säurehaltige Lebensmittel nicht über den Tag verteilt in vielen kleinen Portionen (z.B. mit Sporttrinkflaschen) getrunken werden, um den Kontakt mit den Zähnen auf ein Minimum zu reduzieren.

Schutzschild gegen Säure-Attacken

„Fluorid stellt einen wirksamen Schutzschild gegen Säure-Attacken dar“, rät Diplom-Bio-Chemikerin Bärbel Kiene. „Nach der regelmäßigen Anwendung von Fluoridgel und fluoridhaltigen Mundspüllösungen wird Fluorid auf der Zahnoberfläche abgelagert. Diese Deckschicht stellt ein Reservoir an Mineralien dar, das bei einer Säureattacke erst aufgelöst werden muss, bevor die Zahnhartsubstanz angegriffen werden kann.“

Je häufiger Fluoridpräparate angewendet werden, desto dicker wird die Deckschicht und desto länger dauert es, bis die Zahnhartsubstanz erreicht wird. In Versuchen konnte durch Intensivfluoridierung ein erosiv bedingter Mineralverlust im Schmelz um fast 90 % reduziert werden. Dabei sollte dann eine altersgerechte Dosierung beachtet werden; besonders bei Kindern sollte der Zahnarzt/die Zahnärztin gefragt werden.

„Fluoride gebt es in zahlreichen Formen. Nicht alle Fluoride sind aber in gleichem Maß wirksam“, so Kiene. „Als besonders hochwertig gelten die organischen Aminfluoride, deren hohe Wirksamkeit in vielen Studien bestätigt worden ist.“

 

Quelle: www.zahngesundheit-aktuell.de